Vom Job und anderen Sorgen
Stellenabbau am Standort Schweiz. Erneut eine Filiale geschlossen. Solche Hiobsbotschaften liest man zurzeit gefühlt jeden Tag. Die Negativschlagzeilen werden gegen Ende des Jahres sicherlich nicht abnehmen, im Gegenteil. Kein Wunder also, fürchten sich viele Menschen vor dem Verlust ihres Jobs und der Arbeitslosigkeit. Die Angst vor Kündigungen war schon vor der Coronakrise omnipräsent. Viele Arbeitende warten seit längerer Zeit ängstlich auf den Tag, an dem ihre Arbeit definitiv von einer Maschine übernommen wird.

Stellenabbau am Standort Schweiz. Erneut eine Filiale geschlossen. Solche Hiobsbotschaften liest man zurzeit gefühlt jeden Tag. Die Negativschlagzeilen werden gegen Ende des Jahres sicherlich nicht abnehmen, im Gegenteil. Kein Wunder also, fürchten sich viele Menschen vor dem Verlust ihres Jobs und der Arbeitslosigkeit. Die Angst vor Kündigungen war schon vor der Coronakrise omnipräsent. Viele Arbeitende warten seit längerer Zeit ängstlich auf den Tag, an dem ihre Arbeit definitiv von einer Maschine übernommen wird.
Dass Furcht vor Jobverlust herrscht, wissen auch die Arbeitsgeber. Einige nutzen die Angst schamlos aus. So wird etwa verlangt, dass die Angestellten Überstunden machen, für die sie nicht bezahlt werden. Manche Betriebe besitzen sogar die Dreistigkeit, solche Überstunden als Vertrauenszeit zu bezeichnen. Vertraut wird aber eigentlich nur mässig, die Kontrolle am Arbeitsplatz ist omnipräsent. Oder warum hat man sich zu Beginn des Lockdowns vor dem Homeoffice gefürchtet? Wenn die Belegschaft aufgrund von Sparmassnahmen schrumpft, bedeutet dies für die Mitarbeiter oft einen Mehraufwand. Mehr Aufgaben und Verantwortung führen aber keinesfalls auch zu mehr Lohn und Wertschätzung. Aufgrund der Sparmassnahmen leidet auch die Qualität der Arbeit. Ausbaden muss die Kritik der Kunden aber der Mitarbeiter am Schalter oder an der Kasse und nicht der topbezahlte Manager.
Wenn mein Arbeitsgeber meine Rechte verletzt, kann ich mich natürlich dagegen wehren. In der Theorie zumindest. In der Praxis verliert in Krisenzeiten nicht selten derjenige seinen Job, der es gewagt hat, seine Rechte einzufordern. Vielen CEOs liegt die Feedbackkultur am Herzen. Solange diese Feedbacks positiv ausfallen.
Leider fehlt in vielen Betrieben die Wertschätzung gegenüber dem einzelnen Mitarbeiter. Als ich kürzlich Bus fuhr, stand auf dem Bildschirm, es fahre heute der Chauffeur Nummer 103335. Dabei handelte es sich natürlich um einen technischen Fehler. Und doch zeigte diese Panne auf ironische Art und Weise auf, was die Arbeitsnehmer in vielen Firmen sind: Eine Nummer. Eine Nummer und nicht eine Frau, gegenüber der man Verständnis zeigt, wenn das Kind vermehrt krank ist.
Doch es geht auch anders. Glücklicherweise existieren Firmen, denen die Arbeitsnehmer wirklich am Herzen liegen. Chefs, die zuhören und für die Wörter wie Feedbackkultur nicht bloss leere Floskeln sind. Arbeitsplätze, an denen sich die Angestellten wohl und akzeptiert fühlen. Solch einen Arbeitsplatz muss man nur finden.
In schwierigen, unsicheren Zeiten sind die meisten Menschen froh, überhaupt arbeiten zu können. Trotzdem sei es jedem gegönnt, früher oder später an einem Ort zu arbeiten, wo Wertschätzung gross geschrieben wird. Wenn sich jeder Montag wie ein Zahnarztbesuch und jeder Lohn wie Schmerzensgeld anfühlt, dann läuft irgendetwas falsch.
Textquelle: Walliser Bote
Bild: Copyright: Unsplash/ Ante Hamersmit